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Standpunkt:
Die Orthopädie als medizinisches Fach und der Bedarf an orthopädischen Leistungen wird in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen.


Argumente
Demographische Entwicklungen und die Forderung nach einer Lebensqualität, die hohe Mobilität ohne Schmerzen in jedem Alter ermöglicht, sind Herausforderungen für die Orthopädie. Dabei möchte eine immer älter werdende Bevölkerung einerseits immer aktiver sein, andererseits wird ein auf Dynamik ausgelegtes Bewegungssystem im Alltag durch Fehlverhalten und Bewegungsarmut zunehmend missbraucht.

Die Orthopädie kann hier einen wesentlichen, vor allem auch volkswirtschaftlich interessanten Beitrag durch Aufklärung und präventive Maßnahmen leisten.

Aus Fehlverhalten und Bewegungsarmut resultiert auch, dass der Kreuzschmerz bereits die häufigste gesundheitliche Beschwerde in Österreich geworden ist. Orthopädisches Fachwissen, frühzeitige orthopädische Diagnosen und Interventionen werden in Zukunft vermehrt gefragt sein.

Die steigende Lebenserwartung wird zu einer vermehrten Nachfrage der Endoprothetik führen. Die chirurgische Orthopädie kann Mobilität erhalten und durch Intervention wiederherstellen.

Forderungen
Eine verstärkte Beachtung der Orthopädie in der medizinischen Ausbildung ist zu fordern.

Für die zukünftige medizinische Ausbildung gilt es, im Facharztbereich durch Weiterentwicklung des Ausbildungsrasters und seinem konsequenten Einsatz einen Beitrag zur Qualität zu leisten.

In der allgemeinen medizinischen Ausbildung sind:

- Prävention als universitärer Ausbildungsinhalt festzulegen,
- Orthopädie verbindlich in den Turnus aufzunehmen und
- die notwendigen Ausbildungsplätze zu schaffen.

Eine gestaltende Gesundheitspolitik, die gesellschaftliche Werte, Bedürfnisse und Forderungen (an)erkennt und nicht nur von „den Senioren" als aktiver Gruppe spricht, muss auch auf der medizinischen Seite dafür ein Leistungsangebot in vermehrtem Maße in ihre Planungen aufnehmen.